CBASP-Curriculum

Stand November 2015

 

CBASP-Therapeut

Voraussetzungen:

1) Psychologen oder Ärzte mit abgeschlossener Psychotherapieaus-, bzw. -weiterbildung (z.B. Approbation bei Psychologen, Facharztprüfung Psychiatrie und Psychotherapie oder Psychosomatische Medizin und Psychotherapie bei Ärzten).

2) Fundierte Kenntnisse in der Behandlung depressiver Patienten und Patientinnen zw. 18-65 Jahre (mindestens 1-jährige aktive Behandlung).

3) Lektüre des Behandlungsmanuals (McCullough, 2000; dt.Übersetzung: Schramm et al. 2006; Elsevier oder McCullough, Schramm, Penberthy, 2015 CBASP - Chronische Depressionen effektiv behandeln. Junfermann Verlag) und des Buches „Treating Chronic Depression with Disciplined Personal Involvement" (McCullough, 2006; Dt. Übersetzung, 2011, Therapeutische Bezie¬hung und die Behandlung chronischer Depressi¬onen. Heidelberg: Springer.

4) Verhaltenstherapeutische Grundkenntnisse (bzgl. Verstärkerprinzipien, Konditionierung, sozialem Kompetenztraining, Rollenspielen, etc.)

5) Absolvieren des folgenden Fortbildungsprogramms:

I.
Workshop (Theorie, Life- und Videodemonstrationen sowie Übungen zur Situationsanalyse, Übertragungshypothese, zur Interpersonellen Diskriminationsübung und zum kontrollierten, persönlichen Einbringen) mit insgesamt 24 UE unter Anleitung von zertifziertem CBASP-Trainer.
24 UE

II.
Praxistage (supervidiertes Üben der Techniken in Kleingruppen) mit insgesamt 24UE unter Anleitung von zertifziertem CBASP-Trainer.
Es wird empfohlen, dass Selbsterfahrung in die Praxistage integriert wird (z.B. Durchführung einer eigenen Situationsanalyse oder Erstellung einer eigenen Liste prägender Bezugspersonen).
24 UE

III.
Video- oder audiogestützte Supervision von 2 ambulanten* chronisch depressiven Patienten (mindestens 25 Therapiesitzungen pro Fall, mindestens jede 2. Sitzung supervidiert = mindestens 25 Supervisionssitzungen) durch einen zertifizierten CBASP-Supervisor im In- oder Ausland (siehe Provider-Liste von www.cbasp.org und www.cbasp-network.org).
Es wird als Selbsterfahrung empfohlen, dass der Supervisor zusammen mit dem Supervisanden zu Beginn des Supervisionsprozesses eine Liste der prägenden Bezugspersonen des Supervisanden erstellt.
Von den 25 Supervisionssitzung müssen mindestens 15 Sitzungen als Einzelsupervision durch einen anerkannten CBASP-Supervisor erfolgen. Maximal 10 Supervisionsstunden können im Gruppenformat unter Leitung eines anerkannten CBASP-Supervisors erfolgen (bei der einer oder beide der o.g. Fälle eingebracht werden sollen).
25 UE

IV. Erfüllen der formalen Adhärenz-Kriterien bei einem Supervisionfall, das bedeutet von einem weiteren CBASP-Supervisor geratete Videoaufnahme(n) einer SA (Situationsanalyse), einer IDÜ (Interpersonellen Diskriminationsübung) und einer CPR (Contingent Personal Reactivity). Erreichen von 4 aus 5 möglichen Punkten - weitere Infos hier). Erreichen von 4 oder 5 Punkten kann auch gegeben sein, wenn vom Schritt gut begründet abgewichen wurde. Hier finden Sie einen Vorschlag zum Ablauf des Adhärenzratings.

5) Mitglied des CBASP-Netzwerk e.V.

Endpunkt:

Zertifikation in CBASP durch den CBASP Netzwerk e.V.

*Falls es sich um einen stationär behandelten Fall handelt, gilt:

a) dass nur einer der zwei supervidierten Fälle stationär behandelt wurde
b) dass der Fall von einem zertifizierten CBASP-Supervisor supervidiert wird
c) dass es sich um eine CBASP-Einzeltherapie (also nicht ausschließlich um Gruppentherapie) handelt
Wenn ein CBASP Fall stationär begonnen wird, müssen mehr als 50% der Sitzungen auf die ambulante Weiterbetreuung entfallen, um den Fall als ambulanten Fall anerkannt zu bekommen.

CBASP-Trainer

Voraussetzungen:
1.) Zertifizierter CBASP-Therapeut (mindestens 1 Jahr nach Zertifizierung)
2) Aktive therapeutische Tätigkeit (Nachweis von mindestens 4 behandelten CBASP-Fällen pro Jahr durch Selbstauskunft)
3) Mitglied des CBASP-Netzwerk e.V.

Programm:
I. Mindestens 24 UE zusätzliche Workshops oder Praxistage, z.B. bei James McCullough oder im Rahmen anderer Veranstaltungen (z.B. CBASP-Curriculum, CBASP-Netzwerktreffen, Trainer-Treffen i.R. der Mitgliederversammlungen).
II. Teilnahme an einem CBASP-Workshop mit mindestens 12 UE als Co-Trainer unter Anleitung eines zertifizierten CBASP-Trainers (unentgeltlich).

CBASP-Supervisor

Voraussetzungen:
1.) Zertifizierter CBASP-Therapeut (mindestens 1 Jahr nach Zertifizierung)
2) Aktive therapeutische Tätigkeit (Nachweis von mindestens 4 behandelten CBASP-Fällen pro Jahr durch Selbstauskunft)
3) Anerkannter Supervisor (nach allgemeinen Kriterien)
4) Mitglied des CBASP-Netzwerk e.V.

CBASP-Co-Therapeuten für Sozial- und Pflegeberufe

Es gibt verschiedene Kontexte und Settings, in denen CBASP-Co-Therapeuten arbeiten. Grundsätzlich ist der CBASP-Co-Therapeut ein Co-Therapeut in Gruppen, die von einem zertifizierten CBASP-Therapeuten[1] geleitet werden. CBASP Co-Therapeuten können ihrer spezifischen beruflichen Qualifikation entsprechend (z.B. Pflegekräfte, Ergotherapie, Physiotherapie, Soziotherapie) in Abstimmung mit dem Konzept ihrer Einrichtung CBASP-Elemente in ihre jeweiligen Angebote integrieren. Der CBASP Co-Therapeut gestaltet die Beziehung zu seinen CBASP-Patienten unter Berücksichtigung des Stimuluscharakters und der Übertragungshypothese. CBASP Co-Therapeuten sind nicht dafür zertifiziert, eigenverantwortliche psychotherapeutische Tätigkeiten auszuüben.

Folgende Bausteine müssen erfüllt sein:

1. Voraussetzungen (Diplom, Bachelor, Master oder abgeschlossenes Examen)

2. Theorie in einem anerkanntem Psychotherapieverfahren (20 UE)

3. Theorie in CBASP (vermittelt z.B. in Einführungs- und Aufbau Workshop, 24 UE)

4. CBASP-Praxistage (24 UE)

5. Berufliche Tätigkeit mit chronisch depressiven Patienten (mind. 3 Monate)

6. Durchführung einer CBASP-Gruppe als Co-Therapeut

7. Nachweis der CBASP-Kompetenzen

8. Mitgliedschaft im CBASP-Netzwerk e.V (nicht-akademische Mitglieder erhalten reduzierten Teilnahmebeitrag).

Zu 1. Voraussetzungen (Diplom)

Abgeschlossenes Examen als Krankenschwester oder –pfleger, Diplom, Bachelor oder Master in Sozialpädagogik, Sozialarbeit, Pädagogik oder Psychologie (nicht approbiert), abgeschlossene Ausbildung zum Ergotherapeut, Körpertherapeut, Physiotherapeut.

Zu 2. Theorie in einem anerkanntem Psychotherapieverfahren

Nachweis der Teilnahme an einem Grundkurs in psychotherapeutischen Standardmethoden mindestens 20 UE. Inhalte sollten umfassen Entwicklungspsychologie, interpersonelle Psychologie, Lernpsychologie und Gesprächsführung. Diese Kenntnisse können beispielsweise auch nachgewiesen werden durch bereits absolvierte Teilnahme an einer Fachpflege-Weiterbildung oder Studieninhalte.

Zu 3 und 4. Ausbildung in CBASP

Nachweis der Teilnahme an den Theoriebausteinen eines vom CBASP Netzwerk zertifizierten Trainers: Einführungskurs (12 UE: Einführung in CBASP und ins stat. Konzept), Aufbau-Workshop (12 UE) und Praxistage (24 UE). Der zeitliche Gesamtumfang beträgt 48 Stunden.

Zu 5. Berufliche Tätigkeit mit chronisch depressiven Patienten (mind. 3 Monate)

Nachweis einer ganztägigen Tätigkeit auf einer Station, Tagesklinik, Ambulanz oder sozialpsychiatrischen Einrichtung (oder eines Äquivalents), die chronisch depressive Patienten behandelt.

Zu 6. Durchführung einer CBASP- Gruppe als Co-Therapeut

Schriftlich dokumentierte Teilnahme an einer von einem zertifzierten CBASP-Therapeuten geleitete CBASP-Gruppe (Situationsanalysen und Kiesler-Kreis-Training) als Co-Therapeut oder Hospitant (insgesamt 6 Gruppensitzungen).

Zu 6. Nachweis der CBASP-Kompetenzen

Schriftliche Reflektion eines CBASP-Prozesses am Beispiel eines konkreten Falls, der einem externen CBASP-Supervisor zur Prüfung vorgelegt wird. Diese Fallbeschreibung beinhaltet Stempel, Übertragungshypothese, eine Situationsanalyse und die Beziehungsgestaltung mit dem Patienten vor dem Hintergrund des Stimuluscharakters und der Übertragungshypothese. Ein besonderer Fokus bei dieser Fallbeschreibung liegt auf der eigenen co-therapeutischen Arbeit in der Gruppentherapie.



[1] CBASP Therapeuten im Sinne dieser Regelung sind Therapeuten, bei denen die Voraussetzungen des § 1 Abs. 1 PsychThG oder des § 2 Abs. 1 Bundesärzteordnung gegeben sind.