Forschungslage zum CBASP

Die Wirksamkeit des CBASP ist nachgewiesen durch eine randomisierte kontrollierte Studie von Keller et al. (2000), bei der 681 chronisch depressive ambulante Patienten in 12 Zentren therapiert wurden. Dabei erwies sich das CBASP als gleich wirksam wie die Pharmakotherapie mit Nefazodon. Die Kombination beider Verfahren war weitaus wirksamer als die beiden Monotherapien.

In dieser Studie betrug die Response-Rate (beinhaltete sowohl Remission als auch eine Reduktion des HAMD-Wertes von mindestens 50% und weniger als 16 Punkten) 48% in der Nefazodon ebenso wie in der CBASP-Gruppe, im Vergleich zu 72% in der Kombinationsgruppe. Für die 519 Patienten mit abgeschlossener Therapie betrugen die Ergebnisse bei Nefazodon 55%, bei CBASP 52% und bei der Kombinationsbedingung 85%. Trotz einiger Schwächen der Studie zeigt dieses Ergebnis im Vergleich zu früheren Resultaten eine eindrucksvolle Steigerung der Wirksamkeit der einzelnen Therapien, insbesondere aber der Kombinationstherapie. Schaut man sich allerdings die reinen Remissionsraten (HAMD Wert kleiner als 9) an, betrugen diese bei Nefazodon 22%, bei CBASP 24%, und in der Kombinationsbedingung 42%.

Eine weitere Analyse der Daten zeigte, dass die Kombinationsbehandlung auch mit einer stärkeren Verbesserung der psychosozialen Leistungsfähigkeit einherging im Vergleich zu den beiden Monotherapien. Die Untersuchung beinhaltete eine Akut- (12 Wochen) und eine Erhaltungs-Phase (1 Jahr; Maintenance). Die Langzeitresultate bestätigen, dass sich der Behandlungserfolg über die akute Phase der Behandlung hinaus weiter verbessern lässt, was die Bedeutung längerer Therapiezeiten bei chronischer Depression unterstreicht. Eine Re-Analyse der Daten durch Nemeroff et al. (2003) mit Hinblick auf das differentielle Ansprechen auf Psychotherapie oder Pharmakotherapie bei Patienten mit vs. ohne frühe Traumatisierungen erbrachte, dass bei Patienten mit einer Vorgeschichte von kindlicher Traumatisierung das CBASP der Medikationsbedingung signifikant überlegen war.

Im europäischen Raum sind derzeit folgende Studien in der Durchführung bzw. befinden sich im Publikationsprozess:

  • Dr. M. Colla, Dr. P. Klein, C. Scheibe, Berlin

Getting biased treatment study: Wie verändert CBASP die Hirnaktivität bei chronischer Depression?

Duloxetin vs. CBASP, 30 ambulante Patienten; BMBF ; Status: Rekrutierung abgeschlossen.

  • PD Dr. E. Schramm, I. Zobel, Freiburg

CBASP vs. IPT bei chronisch depressiven Patienten mit frühem Beginn (plus neuropsychologische Parameter)

Randomisierte Pilotstudie, 30 ambulante Patienten, Forschungskommission Freiburg; Status: abgeschlossen.

  • PD Dr. E. Schramm, Dr. C. Normann, I. Zobel, Freiburg; Dr. D. Schoepf, Prof. H. Walter, Dr. K. Schnell, Bonn

Differentielles Ansprechen auf CBASP vs. Escitalopram mit und ohne frühes Trauma (plus fMRT)

Randomisierte Pilotstudie, 60 ambulante Patienten, Lundbeck; Status: Rekrutierung begonnen.

  • PD Dr. E. Schramm, Prof. M. Härter, Freiburg

Vergleich von CBASP vs. Supportive Psychotherapie

Randomisierte Multicenter-Studie, 268 ambulante Patienten, DFG; Status: Beginn Ende 2009.

  • Wiersma JE, van Schaik DJ, van Oppen P, McCullough JP Jr, Schoevers RA, Dekker JJ, Blom MB, Maas K, Smit JH, Penninx BW, Beekman AT.

Effectiveness of CBASP versus usual secondary care; BMC Psychiatry, 2008, 25, 8-18.

160 ambulante Patienten, 3 Zentren; ZonMw - the Netherlands Organization for Health Research and Development; Status: abgeschlossen.

  • PD Dr. E. Schramm, E.-L. Brakemeier, G. Wilbertz, Freiburg (Diplomarbeit)

Theory of Mind bei chronisch depressiven Patienten mit frühem Beginn: Anzeichen präoperationaler Merkmale?

16 ambulante Patienten vs. 16 Kontrollpersonen; Status: abgeschlossen.

  • PD Dr. E. Schramm, I. Zobel, D. Werden, Freiburg (Diplomarbeit)

Theory of Mind Defizite bei chronisch depressiven Patienten

30 Patienten (stationär und ambulant) vs. 30 Kontrollpersonen; Status